Veröffentlichungen

Unter dem Namen Sam Thiaz Stett erscheinen literarische Arbeiten, die in abgeschlossener Form vorliegen. 

Diese Seite versammelt seine Veröffentlichungen in Text- und Buchform. Sie bietet eine Orientierung für Leserinnen und Leser, die sich mit seinem Werk beschäftigen möchten, und zeigt, welche Themen und Linien seine Arbeit prägen.

Neuerscheinung                                 Leseprobe

Literarische Prosa / Roman / Erzählung

Band I: Kindheit und Jugend

Zwei Leben

Martin und Markus wachsen in einer Zeit des Wandels auf. Was sie sehen, was sie erleben, was sie lernen, was ihnen fehlt – all das wirkt weiter, lange bevor sie verstehen, wohin ihr Weg sie führt.

Auf der Grundlage realer Lebensgeschichten erzählt dieses Buch von Kindheit, Jugend, Orientierung und den leisen Kräften, die aus alltäglichen Erfahrungen Lebenswege formen.

Der Auftakt einer mehrteiligen biografischen Erzählung.

Erhältlich bei Books on Demand:  buchshop.bod.de

237 Seiten, Hardcover kaschiert

Print: € 23,90 / CHF 34,50 - E-Book: € 9,49

ISBN: 978-3-6957-5887-6

Die Fata Morgana eines Werkzeugs

Ein Essay über KI, Kontrollverlust und das Verschwinden von Verantwortung

Für einen kurzen Moment schien es möglich, konzentriert und ohne Reibungsverluste mit KI zu arbeiten. Der Text blieb, wo er war. Änderungen waren sichtbar, rücknehmbar, kontrollierbar. Dann verschwand diese Möglichkeit – nicht durch ein Verbot, sondern durch Intransparenz. 

Dieser Essay ist der Versuch, diesen Moment festzuhalten und zu verstehen, was er über unsere heutigen scheinbar „modernen“ Werkzeuge sagt.

Dieser Moment war kein Versprechen, keine Zukunftsvision, kein Marketing. Er war real. Und genau deshalb war er produktiv. 

Die Möglichkeit, mit aktivierter Änderungsnachverfolgung direkt im Dokument zu arbeiten, bedeutete mehr als Bequemlichkeit. Sie bedeutete Kontrolle, Verantwortung – und vor allem Vertrauen. Der Text blieb stabil, die Eingriffe sichtbar, die Entscheidungshoheit beim Autor. 

Es war, als säße man für einen Augenblick nicht mehr auf einem Dreirad, sondern in einem Formel‑1‑Wagen: nicht um schneller zu rasen, sondern um präziser zu steuern.

Dann verschwand diese Möglichkeit. Nicht durch eine klare Fehlermeldung, nicht durch eine Einschränkung, nicht einmal durch eine nachvollziehbare Erklärung. Sie war einfach nicht mehr da. 

Mal funktionierte sie, mal nicht – unter scheinbar identischen Bedingungen. Der Versuch, dieses Verhalten zu verstehen, führte zu technischen Ausflüchten: „zustandsabhängig“, „nicht deterministisch“, „temporär“. 

Doch diese Begriffe erklären nichts. Denn Textverarbeitung ist kein metaphysischer Prozess. Es ist ein deterministisches Programm. Es trifft keine Entscheidungen. Wenn ein Schreib‑ oder Lesekanal geöffnet oder geschlossen wird, muss es dafür eine Ursache geben – und jemanden, der dafür verantwortlich ist.

Hier zeigt sich ein grundlegender Wandel: Das Werkzeug ist kein Werkzeug mehr. Es ist Teil eines Systems aus Cloud, Sitzungsverwaltung, Sicherheitslogik und Telemetrie – eines Systems, in dem Verantwortung verdampft. 

Niemand entscheidet, und genau das ist das Beunruhigende. Nicht eine fehlgeleitete Intelligenz ist das Problem, sondern eine emergente Intransparenz. Der Zustand des Systems ist nicht mehr beobachtbar, nicht erklärbar, nicht reproduzierbar. 

Und ein Werkzeug, dessen Zustand sich nicht erklären lässt, ist kein Werkzeug mehr.

Diese Erfahrung setzt sich fort im Umgang mit dem Feedback zu dieser bemerkenswerten Entwicklung: Plattformen laden ein, Rückmeldungen zu geben, bieten Auswahlfelder an wie „Möchten Sie kontaktiert werden?“ und erzeugen damit die Illusion von Dialog. 

In Wahrheit aber bleibt das Gegenüber anonym, unadressierbar, zeitlos. Rückmeldungen anderer Nutzer tragen den Status „Wir überprüfen dies“. Seit drei Jahre. Vielleicht länger. 

Der Kunde ist hier kein König mehr – nicht einmal ein Gesprächspartner. Er ist ein Datenpunkt, ein Krümel, der beim Saubermachen vom Tisch verschwindet.

Am treffendsten beschreibt diese Situation eine alte Geschichte: Moses sieht das Gelobte Land, darf es aber nicht betreten. Das Bittere daran ist nicht das Verbot, sondern das Wissen um die Möglichkeit. Hätte man das Land nie gesehen, wäre der Verlust abstrakt geblieben. 

Doch wer einmal erlebt hat, wie produktiv, ruhig und kontrolliert Arbeit mit KI sein kann, empfindet das Verschwinden dieser Möglichkeit nicht als technischen Mangel, sondern als Entzug – als Fata Morgana.

Dieser Text ist nicht technikfeindlich. Er ist auch keine Klage über unvollkommene Software. Er ist der Versuch, einen Maßstab festzuhalten. 

Ein Werkzeug muss verlässlich sein. Es muss seinen Zustand anzeigen können. Es muss Verantwortung adressierbar machen. 

Alles andere ist kein Fortschritt, sondern unzugängliche Komplexität ohne Rechenschaft. Die Frage ist nicht, was KI alles kann. Die Frage ist, ob sie so gestaltet wird, wieder Werkzeug zu sein.

Dafür sind Menschen verantwortlich.

© Sam Thiaz Stett.

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Warum Self-Publishing?

Die Bücher werden erst nach ihrer Bestellung gedruckt. Der Druck auf Nachfrage ermöglicht Sam Thiaz Stett eine bedarfsgerechte Veröffentlichung und schont zudem die Umwelt.

Sam Thiaz Stett hat sich bewusst für das Self-Publishing entschieden. Es bietet ihm sowohl schriftstellerische Unabhängigkeit als auch die Möglichkeit, seine Schriften einer breiten Leserschaft zugänglich zu machen.

© Sam Thiaz Stett. Alle Rechte vorbehalten - Instagram

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